Fischwerk Sassnitz steuert um:

Sprottenboom nach Heringsflaute


Die Fangmengen für den Ostseehering sind auf einem Tiefstand.

Um das Überleben des Fischwerks in Sassnitz zu sichern,

werden nun alternativ Sprotten verarbeitet.


    Wegen der historisch niedrigen Heringsfangquoten in der Ostsee ist das Sassnitzer-Euro-       Baltic-Fischwerk erstmals in die Verarbeitung von Sprotten eingestiegen. Zugleich hat  das Werk das im Jahr 2003 als europaweit größter Verarbeiter von Hering eröffnet wurde,

die Anlandung und Verarbeitung von Ostseehering eingestellt.

Den deutschen Heringsfischern in der Ostsee hatte die EU in diesem Jahr nur noch eine 

Fangmenge von 869 Tonnen (ein guter Angler auf dem Rügendamm, schafft dies auch an einem Tag  Der Administrator) zugebilligt. Die Tagesmengen der einzelnen Kutter sind damit

so gering, dass sich eine zweckmäßige Verarbeitung des Ostseeherings im Fischwerk nicht

mehr rentiere. Zwischen 800 und 1000 Tonnen Sprotten dürften die Sassnitzer Fischer

fangen. Im Gegensatz zum Hering und Dorsch gelten die Sprottenbestände in der Ostsee

noch als stabil.

(Ostsee-Zeitung vom 28.1.2021)





Foto: Wolfgang Kirstein

Sprotten



Kapitän Voß erinnert sich:


Der Sprottenfang

                                                                                                                                                              KHVOß21

Persönlich erinnere mich mit einem lächelnden und einem verzweifelnden Auge an die Sprottenfangsaison, denn manchmal haben wir die kleinen Biester tagelang in der östlichen Ostsee gesucht. Dann hörte man über UKW auch schon mal den Spruch: Hier ist es toter als auf dem Friedhof. Nachdem das Fanggebiet „Nordsee“ Anfang der 70er Jahre für die Sassnitzer Kutterflotte aufgegeben wurde, fischte die Flotte im Januar und Februar auf Sprotten in der östlichen Ostsee. Die Frosttrawler hatten sich in der Zeit mit der pelagischen Fischerei richtig eingefuchst. Der Fangerfolg war immer mit dem Anteil der untermaßigen Fische ( Spitzen), verbunden. Nach der damals gültigen TGL „3361 Seefische“ war das Mindestmaß der Sprotte mit 10 cm, der Anteil der untermaßigen Fische mit 5 % festgelegt und bei diesen 5 % durften auch nur 3 % Hering IV sein.

Der Fang hatte aber oft einen Anteil von 30 und mehr Prozent Spitzen, diese Spitzen wurden dann per Hand auf der Spud aussortiert und das bei Minusgraden – Halleluja. Da kam auch schon mal der Satz: „Das ist hier was für welche, die Mutter und Vater totgeschlagen haben“.

Manchmal war die 1. Aussage: „ Alles großer Sprott“, bei genauere Betrachtung erkannte man, dass der Anteil kleiner Heringe nicht unerheblich war. 

Von den Kutter-Übergabepartien mussten zeitweise Besatzungsmitglieder 

( Lehrlinge)  an das KTS abgegeben werden, damit man dort dieses Sortierungs-Problem personell wuppen konnte.

1972 kam die Heringssortiermaschine ( Rüttel ) auf den Fangeinheiten des  Sassnitzer Fischkombinates  zum Einsatz - eine wirkliche Gabe Gottes!

Jetzt konnten Heringe und Sprotten je nach Einstellung der Stäbe maschinell sortiert werden.

Im tiefen Wasser, vor der Danziger Bucht,  entlang der Baltischen Republiken bis nordöstlich Gotska Sandön wurden die kleinen Silberlinge gejagt, hautsächlich nachts. Aber wenn die Flotte den richtigen Kontakt zum Fisch hatte, dann ging es ordentlich zur Sache.

Auf den Frosttrawlern musste in der Verarbeitung jetzt alles klappen, 18 Tage- Reisen waren möglich, es wurden auch Doppelreisen, mit kurzem Zwischenlöschen in Sassnitz in 50 Tagen, erreicht.

In den Laderaum eines Frosttrawlers konnten schon mal 280 t Frostware gestaut werden.

Während des Gefrierprozesses wurde ein Frostpaket mit einer Bohrkurbel angebohrt, mit einem Thermometer beobachtete man die Kerntemperatur und bei -20 °Celsius wurde abgetaut,  jede Minute zählte. Das Frostpaket zieht im -28 Grad kalten Laderaum noch nach, so die Philosophie. Normaler Weise waren

2 Stunden 20 Minuten Schockfrosten und -22°C Kerntemperatur vorgeschrieben. 

Als Beifang gab es Hering und Dorsch, willkommener waren die überall   begehrten kapitalen Lachse.

Eine umfangreiche Kutterflotte aus den Baltischen Staaten mit sehr großen Mutterschiffen, war ebenfalls präsent.

Am 8. März ( Frauentag) begann dann planmäßig die Frühjahrsheringssaison.                                                                                                                                                 

1978 wurden die Ökonomischen Zonen in der Ostsee errichtet, damit war Schluss mit dem Sprottenfang für die DDR.

In Hoch-Zeiten hat die Sassnitzer Flotte die Landabteilungen regelrecht mit Sprotten zugeschüttet, so gelangte auch so mache Ladung auf dem Acker.

 


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Die frostige "Gisela" weht durch den 

Sassnitzer Hafen



Der Deutsche Wetterdienst warnt die Insel Rügen vor teils kräftigen Schneefall,

Glätte und Schneeverwehungen. Für den Bereich Wittow und Hiddensee gab der

DWD eine Unwetterwarnung heraus. Der Wetterdienst sollte recht behalten und

so schippten die Sassnitzer fleißig Schnee und mancher erinnerte sich an das

"Sprottenschieben" auf dem Kutter. (10.2.21)




Foto:Gert E. 15.2.21

























































Fotos: Birgit Kiesler 11.2.2021



Video: Gert E.




Video: Birgit Kiesler




Video:Gert E.





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Winter 2021 in der Stadt











Fotos: Birgit Kiesler



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Steinschnecke vor dem ehemaligen Seemannsheim gerettet!



Die Schnecke aus bemalten Steinen entwickelte sich in kürzester Zeit zu

einem Besuchermagneten, zum Treffpunkt und zu einem beliebten Foto-

motiv. Jetzt ist sie verschwunden. Vermutlich am Wochenende haben Un-

bekannte auf dem Rügen-Platz und im Stadthafen randaliert. Um die Reste

des Steingebildes zu schützen, hat der Saßnitzer Bürgermeister Frank Kracht die 

verbliebenen Steine durch Mitarbeiter des Stadthofes einsammeln lassen.

Das soll nur eine Zwischenlösung sein, versichert der Bürgermeister. "Wir werden

uns etwas einfallen lassen und einen anderen Platz suchen, wo wir sie wieder 

aufbauen können."


Zu den geretteten Steinen gehört auch unser Stein - welch ein Glück.


(aus "Ostseezeitung" vom 3.4.21)






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Es geht voran in Sassnitz!



 Die Umgestaltung des Uferwegs zwischen dem Kurplatz und dem Findling Klein Helgoland ist im vollem Gang. 

In Sassnitz ist mit der Umgestaltung des Uferwegs an der Ostsee zwischen dem Kurplatz und dem Findling Klein Helgoland begonnen worden. Gleich zu Beginn müssen die Bauarbeiter klettern: Die alte Treppe, die vom Uferweg den Hang hinauf bis zum Karl-Liebknecht-Ring führt, wird in diesem Zuge abgerissen und durch eine neue ersetzt.  

(aus "Ostseezeitung")




Treppe ist fertig!

Vom Wedding aus kann man jetzt Klein Helgolandl erreichen.



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