Foto:Voss

 

Blick vom Rügen- Hotel

 

 

 

Das Seemannsheim in Sassnitz

 

Seemannsheim um 1969 (Fotosammlung Gloris Sassnitz)

 

1955 wurde das Seemannsheim mit 202 Betten fertig gestellt und war für 2,00 Mark pro Bett/Nacht

eine Bleibe für die Hochseefischer, die kein Zuhause hatten oder der Heimweg einfach zu weit war.

Denn der Hafendurchlauf auf einem Kutter war oftmals sehr kurz. Nach dem Einlaufen und der

Bewältigung des Schlängelweges hat man sich beim Pförtner des Seemannsheimes eine Koje gemietet.

Wenn man Glück hatte, war das Zimmer unbelegt und man hatte Ruhe. Hatte man aber Pech, kam man

in ein Zimmer, was schon mit 2 oder 3 Kollegen, die man nicht kannte, belegt und die gerade zu Bett

gegangen waren und ihren Rausch ausschlafen wollten. Da man die Schlafenden durch Lichtmachen nicht

wecken wollte, legte man sich erst einmal dazu, denn die Kollegin der "Kofferausgabe" war so früh noch

nicht im Haus. Der Koffer war schon wichtig, denn in ihm war frische Wäsche und weitere wichtige

Klamotten für die nächste Seereise. Nach dem Kofferritual ging es erst einmal zum Victoriahotel zur

Devisenabteilung, damit man auch die nötigen Scheine für den "Basar" hatte. Mittags musste man dann

unbedingt in die Gaststätte zur Post, denn dort gab es die besten Broiler der Stadt. Oder man stellte

sich auf die sogenannte  "Lästerbalustrade". Dies war der Eingangsbereich des Seemannsheimes, von

dem man einen herrlichen Blick hatte und an dem die  zahlreichen Urlauberinnen vorbeiliefen.

Und schon war der Hafendurchlauf vorbei und man musste am nächsten Tag in den Hafen,um den Kutter

für eine neue Reise klar zu machen.

Seit 1994  wird das Gebäude nach umfangreicher Sanierung als Kurhotel genutzt.

 

(links im Hintergrund die Abfertigungshalle für die Schwedenfähren (Zoll und Passkontrollen))

Damals die Herberge für Hochseefischer.....

....heute ein Kurhotel

 

Die ehemalige Hauptpost von Sassnitz

 

Gaststätte "Zur Post" (Fotosammlung Gloris Sassnitz)  Vor dem Auslaufen ging es erst einmal hierher

zum Broiler essen!

 

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"Die Stubnitz"

 

Als junger Mensch habe ich einige Jahre in Sassnitz verbracht und habe damals auch die

kulturellen Möglichkeiten dieser herrlichen Stadt am Meer genutzt.

Sehr viel Lehrlingsentgelt gab ich für das Kino aus, wo wir geschlossen als Fischerklasse

immer die dritte Reihe belegten. Natürlich sind wir auch aufgefallen (oder wollten es?),

denn wir lachten immer dann, wenn der Rest im Kinosaal nicht lachte.

Obwohl wir noch nicht das vorgeschriebene Alter hatten, öffnete sich durch unser blaues

Seefahrtsbuch das im Stubnitz-Kino befindliche Tanzlokal für uns ohne Probleme.

Wir verbrachten abwechslungsreiche Stunden in diesem Haus, nun erst recht, als wir

alt genug waren und ausreichend Geld auf See verdienten.

Wenn man dieses Haus aber heute sieht, in welchem maroden Zustand es sich

befindet, stimmt einen das sehr traurig und deshalb bleiben nur noch die Erinnerungen

an frühere Zeiten.

 

 

 

 

 

Unsere "Stubnitz" aus alten Zeiten. (Fotosammlung Gloris Sassnitz)

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Der Mann am Fenster

 

 

Hier wohnte Klaus viele Jahre und schaute aus dem Fenster. Das Haus steht inzwischen wegen des

Balkons unter Denkmalschutz ( Hauptstraße in Sassnitz)

 

 

Ehemalige Milchbar in Sassnitz. Hier waren früher die Fischer "zu Hause"!

 

Korrektur: o.G.Tuckpartie ist falsch. Richtig: SAS 273 "Dahme" Kapt. Behnke; SAS 312 "Dornhai" Kapt.Lorenz

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Balkon mit Meerblick

 

 

 

Im Juli 2007 erhielt Sassnitz eine neue Fußgängerbrücke zwischen Stadthafen und dem Stadtzentrum.

Diese Brücke hätte viel eher gebaut werden sollen, denn nach dem Einlaufen waren die Beine der Fischer

nach der langen Zeit auf See noch nicht "lauffreudig" genug. So mussten sie sich auf den berühmten "Schlängel-

weg" hoch in die Stadt und zum Bahnhof quälen. Die neue Brücke wird von 9 Stützpaaren getragen und über-

windet einen Höhenunterschied von 22 Metern. Von der Brücke hat man einen herrlichen Blick auf den Stadthafen,

die Außenmole und natürlich auf das Meer.

 

 

 

Fotos:Birgit Kiesler

 

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Aufnahme wurde Anfang der 70 er Jahre vom Rügen-Hotel fotografiert. Links ist die

Polizeiwache,da hinter Lager des Fischkombinats sowie der wöchentliche Bauernmarkt.

(Fotosammlung Gloris Sassnitz)

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Sassnitz-Hafen

 

 

 

Legende zum Hafenplan - entspricht dem Stand zur Mitte der DDR-Zeit

 

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BBS Sassnitz-Dwasieden

 

 

Foto:Gisbert K.

Eingangsbereich Lehrlingswohnheim um 1965

 

 

 

Foto:Jens Walther

....damals war es eben so!

 

.....man kann es sich heute nicht vorstellen, aber es war damals ein großes Problem, an ein

ordentliches Messer für die Netzarbeiten zu kommen.

 

Am 1.5.1950 wurde die erste Betriebsberufsschule der VEB Fischwirtschaft in einem Gebäude der ehemaligen

Kriegsmarine in Sassnitz Dwasieden eröffnet. Im Juni des Jahres folgte das Lehrlingswohnheim.

 

Viele Jungen haben in der BBS den schweren und verantwortungsvollen Beruf eines Matrosen der

Hochseefischerei erlernt, wurden tüchtige Fischer, Steuermänner und Kapitäne.

 

PRAKTISCH:

...verrichten Lehrlinge in zweijähriger Lehrzeit alle vorkommenden seemännischen Tätigkeiten, arbeiten

mit allen Fanggeräten, die sie auch montieren und instandhalten, stricken und schneiden Netzteile zu,

lernen , den Fang an Bord verarbeiten und lagern und befassen sich mit einfachen Übungen der

praktischen Navigation.

 

THEORETISCH:

...lernen u.a. Art und Umfang der Hochseefischerei, Schiffstypen, und deren Aufbau, Anker- und

Rudereinrichtungen, sowie die Fischarten und deren Verhaltens- und Behandlungsweisen,

Grundlagen der Schiffsführung, des Seerechts, der Betriebsökonomie kennen.

 

VORAUSSETZUNGEN:

...Abschluß der 10.Klasse, volle Seetauglichkeit, kein Brillenträger, Farbtüchtigkeit.

 

QUALIFIKATIONSMÖGLICHKEITEN:

...nach erfolgreichen Abschluß der Lehrausbildung und praktischer Bewährung:

Kapitän oder Steuermann 10.Klasse (Warnemünde) erforderlich,

Fischverarbeitungstechnik-Ingenieur (Wismar) 10.Klasse erforderlich,

Dipl.Ing. Fischereitechnik (Rostock) Abitur erforderlich,

Dipl.Fischwirt (Berlin) Abitur erforderlich.

 

VERDIENST:

Lehrjahr:1 75 MDN; 2 90 MDN; 3 125 MDN; 4 155 MDN

 

monatl.Durchschnittsverdienst auf einen 26,5-Meter-Kutter:

Matrose:934,38MDN; Vollmatrose:1244,48MDN; Bestmann:1351,35MDN; Steuermann:

1524,69; Maschinist: 1557;19MDN; Kapitän: 1906,48MDN.

 

Auszugsweise aus Bericht :technikus-Reporter Auf Heringsfang in der Nordsee 1966

 

 

 

(Fotos:Birgit K.Sassnitz)

Anfrage

Von 1955 bis 1958 war ich Fischerlehrling bei meinen Vater in Thiessow (KüFi). Wir besuchten seinerzeit die

BBS in Sassnitz im letzten Lehrjahr 1958 vom Januar bis März und zur Abschlußprüfung Juli-August 1958.

Wir waren im Internat untergebracht und ich kann mich erinnern, dass am Internatsgebäude eine Banderole

o.Ä. auf der Außenwand angebracht war:

De ollen Lüd, de warn`t weten, as dat früher ens het heten: Allens wat nix döcht

up Erden, kann ümmer noch eins Seemann werden. Doch hüt, dor is dat anners

worden, nur de Besten dörpen fohren.

 Vielleicht hat jemand den Spruch am Internatsgebäude fotgrafiert, oder kann sich daran erinnern.

Kapitän Fran Sakuth

 

 

 

Wer kennt sie nicht, die Essenmarken im Lehrlingswohnheim

 

Ärmelbänder für Lehrlingsuniform

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Lehrling Lohmann besucht "seine" BBS

 

 

1969

 

 

 

1968

 

Mai 2018

 

 

 

Nach 49 Jahren besuchte Bernd Lohmann die Stätte wo er einst den "schönsten Beruf

der Welt"erlernen durfte und fand fast keine Erinnerungen aus dieser Zeit.

 

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BBS Dwasieden ( Foto Wolfgang Schnuchel 31.3.1955)

 

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Stadtansicht von Sassnitz (Foto:Erler)

 

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Der Rostocker Bildhauer Wolfgang Eckhardt schuf 1958 ein Denkmal für die auf See

gebliebenen Hochseefischern. Diese Betonplastik stand zuerst in der Innenstadt von

Sassnitz, gegenüber vom Seemannsheim. Der jetzige Stanort der Plastik, sowie

Namenstafel steht an der Sassnitzer Promenade. (Kurhalle)

 

 

Fotos:Voss

 

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